Gestatten, ich bin

Struppi

Geburtsdatum

ca. 10/18
5

Geschlecht

männlich, kastriert

Gewicht

10-12kg
)

Größe

40cm

Der kleine Struppi sollte vor eineinhalb Jahren schon einmal gerettet werden. Wäre dieses gelungen, wäre ihm viel erspart geblieben.
Aber leider ist es ja müßig, im Konjunktiv zu sprechen. Struppi gehörte einem Schäfer, der aus unerfindlichen Gründen nicht dazu bereit war, den kleinen und zarten Hundejungen, der sowieso für das Hüten der Schafe nicht taugte, abzugeben.
Schlimmer war, dass Struppi gar keine Gelegenheit bekam, seinen Job auszuüben, denn er wurde an einer Kette gehalten. Er hatte noch nicht einmal die bekannten rostigen Eisentonnen als Unterschlupf zur Verfügung, die ja manch ein privater Hund hier in Griechenland anstelle einer Hütte bekommt. Diese Tonnen sind viel zu heiß im Sommer und im Winter viel zu kalt, um tatsächlichen Schutz zu bieten.
Doch Struppi hatte schlichtweg gar nichts! Praller Sonne oder eben Schnee und Hagel ausgesetzt, fristete er sein trauriges Dasein. Schon als ich das erste Mal von ihm hörte, war ich sofort bereit, ihm zu helfen. Doch der Schäfer nahm ihn einfach mit an einen anderen Ort, und die Leute, die Struppi helfen wollten, verloren ihn aus den Augen. Für mich war somit die Geschichte beendet.
So staunte ich nicht schlecht als mir Anfang März seine zwei „Helfer“, die immerhin eineinhalb Stunden von mir entfernt wohnen, plötzlich vor meinem Tor standen und sagten, sie müssten mal mit mir reden. Die zwei wissen, dass ich nicht ständig zu Hause bin und hatten dennoch den Weg auf sich genommen. Sie kamen schnell zur Sache: ob ich mich wohl noch an Struppi erinnern könne. Klar konnte ich, denn so traurige Geschichten kann man vielleicht verdrängen, aber nie vergessen! Seine Beschreibung -abgemagert, blind auf dem rechten Auge usw.- ließ mich nur verbittert die Schultern zucken: „Tja, hört sich ja alles schon mal stark nach einer Leishmaniose an. Wenn er da nicht wegkommt, wird er sterben!“ Hier trumpften seine Retter auf: „Naja, ehrlich gesagt : er ist in unserem Auto!“ Wir galoppierten also zum Tor und versorgten ihn erst einmal gut. Der Anblick trieb mir schon ein wenig die Tränen in die Augen: Das struppige Fell machte seinem Namen Struppi alle Ehre, an den Knochen hätte ein Student seine Anatomieprüfung absolvieren können. Das Äuglein tropfte und ich salbe immer noch, habe aber, ehrlich gesagt, die Hoffnung aufgegeben, dass hier noch etwas zu retten ist.
Das zweite Trauerspiel war seine Psyche. Seinen Rettern gegenüber war er aufgeschlossen, von mir wollte er sich die ersten zwei Tage lieber nicht anfassen lassen. Dass er misshandelt wurde, ist klar, so wie er bis heute bei einer falschen Bewegung noch immer zusammenzuckt. Ok, ein Held ist er vielleicht sowieso vom Charakter her nicht.
( Das vermute ich, weil ich gewisse Ähnlichkeiten mit meinem Rüden Piesack erkennen kann. Denn auch dieser vertritt die Meinung „ Nur gemeinsam sind wir stark! „ Und dieser war mein Flaschenbaby – er hat sicher keine schlechten Erfahrungen sammeln müssen.)
Im Vergleich zu ihm bricht mir Struppis Geschichte nun natürlich noch mehr das Herz- nicht auszudenken, wenn ein solch zarter Charakter in die falschen Hände gerät….
Mittlerweile ist er aber durchaus sehr fröhlich. Dankbar und freundlich hält er immer Ausschau, wo ich bin. Seine Augensalbe holt er sich artig ab wenn ich ihm sage: „ Komm Struppstrupp, wir wollen ein schönes Auge machen!“ Geduldig legt er sich hin bis die Salbe auch dort ist wo ich sie haben will, und wenn ich ihn dann lobe „ Gut hast Du das Auge schön gemacht!“ bekommt er vor lauter Freude einen Rennanfall, in dem sein Hinterteil das Vorderteil überholt! Wenn ich über seine Allüren lachen muss, überschlägt er sich nur noch mehr und dreht Pirouetten in der Luft. Mit nur einer Tablette Allopurinol am Tag auf zwei Hälften verteilt (kosten: 15 Cent/Tag), die er lebenslänglich kriegen sollte, vielleicht später etwas reduziert, und ein bisschen gutem Futter baute er so schnell auf, dass ich ihn drei Wochen nach Ankunft schon animpfen lassen konnte. Ab nächster Woche fasse ich die Kastration ins Auge. Die Kraft für die Narkose hat er mittlerweile. Ende des Monats wird dann seiner Vermittlung nichts mehr im Wege stehen.
Struppi darf auch zu Familien mit Kindern oder zu Anfängern und in seinem Fall auch zu Leuten, die viel Freude daran haben, ihren Hund so richtig zu verhätscheln. Denn so etwas würde er nie ausnutzen und hätte es sich nach den ersten schlimmen Jahren mehr als verdient!

Struppi am 07.03.2022

Struppi am 09.04.2022

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